Lohnt sich ein Aufenthalt in Windhoek? Mein Fazit

Im März 2025 war ich für drei Tage in Windhoek, um mir selbst ein Bild von der Stadt zu machen. Schon 2023 hatte ich eine Nacht hier verbracht (im Hotel Heinitzburg), allerdings kamen wir erst am Nachmittag an und waren zu faul, noch in die Stadt zu gehen. Ausserdem bietet die Heinitzburg eine grandiose Aussicht. 2024 war ich nach einer Reise in den Süden erneut in Windhoek, doch da wir am nächsten Tag eine Gruppe vom Flughafen abholen mussten, entschieden wir uns für die Etango Ranch nahe dem Flughafen.

Nun war es endlich so weit: Ich nahm mir ein Airbnb am Freedom Plaza, zwischen der Christuskirche und der Independence Avenue – also so „downtown“, wie es hier geht. Man hört oft, dass sich ein längerer Aufenthalt in Windhoek nicht wirklich lohnt – und jetzt weiss ich auch, warum.

Da ich nur einen ganzen Tag zur Verfügung hatte, buchte ich eine dreistündige Stadtführung bei Lark Journeys. Mein Guide holte mich ab, und unsere Tour begann an der Christuskirche. Von dort ging es vorbei am Nationalmuseum von Namibia zur Alten Feste, die leider wegen fehlender Gelder für die Renovierung geschlossen ist. Weiter ging es zum Parlament (Tintenpalast), dessen Garten besonders schön sein soll, aber seit Covid nicht mehr zugänglich ist. Auch der Bahnhof fiel aus dem Programm, da seit Covid keine Züge mehr fahren.

Dafür verbrachten wir mehr Zeit in Katutura, einem Township, in dem Menschen aus verschiedenen Regionen Namibias leben. Ich hatte dazu unterschiedliche Meinungen gehört – von „sehenswert“ bis hin zu „Warum sollte man einen Slum besuchen?“. Doch Katutura ist definitiv kein Slum. Es gibt ärmere Gegenden hier, aber ich fand es spannend und bereichernd, von unserem Guide, der selbst in Katutura lebt, zu hören, wie sich das Viertel entwickelt und lebt.

Zum Abschluss besuchten wir Penduka Village, ein Sozialprojekt, das Frauen mit Behinderungen beschäftigt und unterstützt. Der idyllisch an einem See gelegene Ort bietet Übernachtungsmöglichkeiten und natürlich einen Shop mit wunderschön designten Taschen, Kissenbezügen, Schmuck und mehr.

Petrus, mein Guide, setzte mich danach beim Seoul Food ab, einem koreanischen Restaurant mit grandiosem Essen – die Portionen sind, wie überall hier, riesig. Nebenan liegt The Village Garden, eine Ansammlung von Restaurants und Shops, die an diesem Sonntag eine kleine Party mit DJ und Live-Musik veranstalteten. In der Umgebung befinden sich auch das bekannte Joe’s Beerhouse (war ich noch nicht) und in Gehdistanz das Olive Grove Guesthouse (war ich ebenfalls nicht, aber Kundinnen von mir waren dort und zufrieden).

Das Viertel ist ruhig, gepflegt und scheint ziemlich beliebt zu sein. Ich bin anschliessend zurück zu meinem Airbnb gelaufen – und wurde unterwegs von einer freundlichen Frau darauf hingewiesen, mein Handy nicht so offensichtlich zu tragen…

Namibia gilt als sehr sicheres Reiseland, und auch Downtown Windhoek ist tagsüber unproblematisch. Allerdings sollte man nicht mit Schmuck, Handy oder grossen Kameras herumlaufen und sich abends niemals zu Fuss auf die Strasse begeben – stattdessen immer ein Taxi oder LEFA nutzen (da es in Namibia kein Uber gibt).

Natürlich hätte es noch Museen, Kunstgalerien, Parks und verschiedene Shops gegeben. Der Vibe der Stadt hat mich aber nicht umgehauen – am Sonntag war extrem wenig los und ich fand die Stadt nicht sonderlich schön. Da Windhoek zudem sehr weitläufig ist, habe ich mich entschieden, meine Terrasse zu geniessen, diesen Text hier zu schreiben und mich auf meine nächste Reise nach Namibia vorzubereiten. Es wird entweder das Damaraland oder ganz der Süden Namibias – Lüderitz und die Ecke „dort unten“.

Wenn man Windhoek noch nie besucht hat, reicht ein Tag völlig aus. Am besten bucht man eine Stadtführung, um mehr über die Geschichte, das Land und die Bevölkerung zu erfahren. Mehr als einen Tag würde ich hier nicht verbringen wollen – Namibia hat einfach zu viel anderes zu bieten!

Posted on March 16, 2025 .